Dominik Grebe ist Deutscher Meister 2026
Nach elf Jahren Pause hat der Scale- und Semi-Scale-Segelflug wieder einen Deutschen Meister: Dominik Grebe sicherte sich bei der Deutschen Meisterschaft 2026 in Eversberg mit seinem Duo Discus den Titel. Mit beeindruckender Konstanz über die Wettbewerbsdurchgänge setzte er sich am Ende mit 4.226,0 Punkten an die Spitze des Teilnehmerfeldes.
Besonders spannend verlief der Kampf um die weiteren Podestplätze. Thomas Schelinski erreichte mit seiner ASG 29 und 4.007,0 Punkten den zweiten Rang. Nur 3,2 Punkte dahinter folgte Erwin Schreiber mit seiner DG 1000 und 4.003,8 Punkten auf Platz drei. Knapper hätte die Entscheidung um Silber und Bronze kaum ausfallen können.
Damit fand eine Deutsche Meisterschaft einen würdigen Sieger, deren Bedeutung weit über das sportliche Ergebnis hinausging: Nach elf Jahren ohne nationale Titelkämpfe kehrte eine traditionsreiche Wettbewerbsklasse eindrucksvoll auf die große Bühne des deutschen Modellflugs zurück.

„Konstanz entscheidet Meisterschaften.“
Der neue Deutsche Meister brachte sein Erfolgsrezept anschließend auf einen einfachen Nenner:
„Nicht der eine perfekte Flug entscheide eine Meisterschaft. Vielmehr komme es darauf an, über alle Durchgänge hinweg sauber, ruhig und möglichst fehlerfrei zu fliegen.“

Dominik Grebe, Deutscher Meister 2026
Eine Deutsche Meisterschaft kehrt zurück
Schon bei der Anreise am Freitag war zu spüren, dass in Eversberg ein besonderes Wochenende bevorstand. Wohnmobile und Gespanne rollten auf das Gelände der Modellfluggruppe Eversberg, Segelflugmodelle wurden montiert und die Schleppmaschinen für ihren Einsatz vorbereitet. Vor allem aber begegneten sich viele Piloten nach langer Zeit endlich wieder.
Elf Jahre hatte es keine Deutsche Meisterschaft im Scale- und Semi-Scale-Segelflug gegeben. Entsprechend groß war die Freude darüber, dass diese traditionsreiche Wettbewerbsform 2026 ihr Comeback feiern konnte.

Was zunächst als Wiedersehen begann, entwickelte sich schnell zu einem sportlich anspruchsvollen Meisterschaftswochenende. Thermik und Wind verlangten den Piloten hohe Konzentration ab. Gleichzeitig zeigte sich bereits nach den ersten Flügen, wie eng das Leistungsniveau an der Spitze beieinanderlag.
„Wir wollten der Scale-Szene wieder eine Heimat geben.“
Für Fred Grebe, DMFV-Sportreferent und Wettbewerbsleiter, war die Rückkehr deshalb weit mehr als die Durchführung eines einzelnen Wettbewerbs.
Die Resonanz der Teilnehmer bestätigte diesen Wunsch eindrucksvoll.
Für Grebe steht deshalb fest: „Diese Deutsche Meisterschaft soll keine einmalige Rückkehr bleiben.“

Fred Grebe, DMFV-Sportreferent und Wettbewerbsleiter


Scale-Segelflug: Präzision in der Luft und am Boden
Wer über das Vorbereitungsfeld in Eversberg ging, konnte erleben, was den besonderen Reiz des Scale-Segelflugs ausmacht. Die Bandbreite der eingesetzten Segelflugmodelle reichte von historischen Vorbildern wie Grunau Baby, ASK 13 und Ka 6 bis zu modernen Hochleistungsseglern wie Duo Discus, DG 1000 und ASG 29.
Viele dieser Modelle entstehen über Jahre hinweg. Originalgetreue Cockpits und Instrumente, aufwendige Lackierungen und feinste Details zeigen, wie viel handwerkliches Können und Leidenschaft in den Maschinen steckt.
Doch bei einer Deutschen Meisterschaft zählt nicht allein das perfekte Erscheinungsbild.
Scale bedeutet auch fliegerische Präzision. Erst in der Luft zeigt sich, wie gut Modell und Pilot zusammenspielen. Die Piloten mussten ihre Modelle unter den wechselnden Bedingungen im Sauerland möglichst präzise und konstant bewegen – und dabei über mehrere Wertungsflüge hinweg ihre Leistung abrufen.
Gerade diese Verbindung aus originalgetreuem Modellbau und anspruchsvollem Wettbewerb macht die Faszination dieser Klasse aus: Am Boden ziehen die Modelle mit ihren Details die Blicke auf sich – in der Luft müssen sie ihre Qualitäten beweisen.
Eversberg bietet die Bühne für die DM
Mit der Modellfluggruppe Eversberg hatte der DMFV einen Ausrichter gefunden, der ideale Voraussetzungen für die Rückkehr der Deutschen Meisterschaft bot. Das hervorragend gepflegte Fluggelände, großzügige Vorbereitungsflächen und ein eingespieltes Helferteam sorgten für beste Wettbewerbsbedingungen.
Was die Teilnehmer während des Meisterschaftswochenendes als reibungslosen Ablauf erlebten, war das Ergebnis monatelanger Vorbereitung. Zahlreiche Vereinsmitglieder waren bereits lange vor dem ersten Wettbewerbsflug mit Planung und Organisation beschäftigt.
Henning Niemeier, 1. Vorsitzender der MFG Eversberg, brachte den Aufwand auf den Punkt:
„Eine Deutsche Meisterschaft organisiert man nicht nebenbei.“
Umso schöner war für den Verein die Reaktion der Teilnehmer. Viele bedankten sich bei den Gastgebern und äußerten schon während des Wochenendes den Wunsch nach einer Fortsetzung. Für Niemeier war das schönste Lob deshalb ganz einfach: die glücklichen Gesichter der Teilnehmer.

Henning Niemeier – 1. Vorsitzender MFG Eversberg

20 Piloten – der Endstand der Deutschen Meisterschaft
Am Ende eines intensiven Wettbewerbswochenendes standen 20 Piloten in der Ergebnisliste der Deutschen Meisterschaft 2026. Den Titel sicherte sich Dominik Grebe vor Thomas Schelinski und Erwin Schreiber.
Endstand Deutsche Meisterschaft 2026
| Platz | Pilot | Modell | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Dominik Grebe | Duo Discus | 4.226,0 |
| 2 | Thomas Schelinski | ASG 29 | 4.007,0 |
| 3 | Erwin Schreiber | DG 1000 | 4.003,8 |
| 4 | Ralf Doll | Ka 6 | 3.895,0 |
| 5 | Jonathan Weber | Astir CS | 3.883,5 |
| 6 | Klaus Peter Müller | Duo Discus | 3.858,0 |
| 7 | Roland Burger | ASK 21 | 3.822,3 |
| 8 | Andreas Rybski | ASK 21 | 3.816,3 |
| 9 | Rafael Rybski | ASK 21 | 3.740,5 |
| 10 | Alexander Weitz | ASK 13 | 3.732,0 |
| 11 | Ralf Kreutz | Ka 7 | 3.545,0 |
| 12 | Dirk Regenscheit | ASW 20 | 3.528,8 |
| 13 | Stephan Weitz | ASK 21 | 3.422,0 |
| 14 | Olaf Streda | Libelle | 3.390,0 |
| 15 | Mario Waldenmaier | Ka 6 | 3.322,0 |
| 16 | Wolfgang Weber | Libelle H201b | 3.042,0 |
| 17 | Heinrich Wietfeld | Diskus | 3.011,0 |
| 18 | Fred Grebe | ASK 13 | 2.013,5 |
| 19 | Klaus Siebels | Grunau Baby | 1.771,0 |
| 20 | Stefan Lüdorf | Pilatus B4 | 1.461,0 |
Mehr als ein Wettbewerb
So wichtig Punkte, Platzierungen und der Deutsche Meistertitel an diesem Wochenende waren: Die Meisterschaft von Eversberg zeigte auch, dass Scale-Segelflug von etwas lebt, das sich in keiner Ergebnisliste wiederfindet.
Zwischen den Wettbewerbsflügen wurde gefachsimpelt, Erfahrungen wurden ausgetauscht und neue Bauprojekte diskutiert. Es ging um Profilwahl und Schleppkupplungen ebenso wie um Cockpitausbau, Lackierungen und technische Lösungen. Die Piloten konkurrierten in der Luft um jeden Punkt – und unterstützten sich am Boden ganz selbstverständlich gegenseitig.
Genau diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, technischem Interesse und Gemeinschaft prägt die Scale-Szene.
„Modellflug hält jung.“
Dass Modellflugsport dabei Generationen verbinden kann, zeigte ein Teilnehmer ganz besonders: Heinrich Wietfeld ging mit 86 Jahren und seinem Diskus bei der Deutschen Meisterschaft an den Start. Als ältester Teilnehmer des Wettbewerbs bewies er eindrucksvoll, dass Begeisterung für den Modellflug keine Altersgrenze kennt.
Wietfeld selbst beschreibt seine bis heute ungebrochene Begeisterung ganz einfach: „Jeder Flug sei anders, man lerne nie aus – und auch die Menschen im Modellflug seien etwas Besonderes.“
Sein Wunsch für die Zukunft passt deshalb bestens zu diesem Meisterschaftswochenende: „Dass junge Menschen den Weg zum Modellflugsport finden und Deutsche Meisterschaften wie diese auch künftig stattfinden.“


Heinrich Wietfeld, mit 86 Jahren ältester Teilnehmer der Deutschen Meisterschaf
„Bis nächstes Jahr“
Als am Sonntagnachmittag die letzten Modelle wieder in ihren Anhängern verschwanden und sich das Fahrerlager langsam leerte, war ein Satz immer wieder zu hören:
„Bis nächstes Jahr.“
Besser lässt sich das Comeback der Deutschen Meisterschaft im Scale- und Semi-Scale-Segelflug kaum zusammenfassen.
(Bild von Seite 1: ASK 21 im Schlepp, falls noch nicht als großes Aufmacherbild verwendet – alternativ ein stimmungsvolles Flug-/Geländebild aus dem PDF)
Nach elfjähriger Pause hat die Wettbewerbsklasse eindrucksvoll gezeigt, dass sie nichts von ihrer Faszination verloren hat. Hochwertige Modelle, Modellflugsport auf hohem Niveau, ein engagierter Ausrichter und nicht zuletzt die kameradschaftliche Atmosphäre machten die Rückkehr der Deutschen Meisterschaft zu einem besonderen Wochenende.
Und das Comeback soll erst der Anfang gewesen sein: Die Fortsetzung im Jahr 2027 ist bereits geplant.
Damit ist der Grundstein gelegt, dass die Deutsche Meisterschaft im Scale- und Semi-Scale-Segelflug wieder einen festen Platz im deutschen Wettbewerbskalender bekommt.
Eversberg 2026 war die Rückkehr. 2027 soll die Geschichte weitergehen.
