Für die jungen Piloten war es ein ganz besonderer Wettbewerb, für die älteren eine kleine Reise in die eigene Kindheit.
Welcher Modellflieger gerät nicht ins Träumen, wenn er an die Zeit zurückdenkt, als er mit einfachen Modellen die Gesetze der Aerodynamik kennengelernt hat? Und bei vielen steht noch der „kleine Uhu“ oder die „Technicol SE1“ im Hangar. Ein ähnlich „einfaches“ Modell ist der Lilienthal von aero-naut, der in der Version „Lilienthal 40 RC“ geradezu dafür gemacht ist, damit jugendliche und gestandene Modellpiloten sich im Wettbewerb messen.

Und so hatte der Modellsport-Club Oldenburg-Edewecht e.V. zum Anlass seines 65-jährigen Jubiläums zum Lilienthal Cup auf dem „Jückenweg Airfield“ nach Jeddeloh eingeladen. Zum Wettbewerb am 5. Juli waren 13 Piloten im Alter von 9 bis 71 Jahren erschienen. Für den Nachwuchs war dieses Ereignis die erste Berührung mit einem der Klassiker der Modellsportgeschichte. „Alter! Der fliegt ja geil.“ war dann auch der erste Kommentar, den die Jugendlichen beim Einfliegen über das Segelflugzeug fallen ließen.
Der eigentliche Wettbewerb wurde in Absprache mit allen Teilnehmern nicht im Hochstart mit Umlenkrolle sondern mithilfe eines Gummiseils durchgeführt. Dabei wird ein 30 Meter langes Gummiseil im Boden verankert. Am anderen Ende wurde das Gummiseil mit 20 Meter Nylonschnur verlängert. Um für alle Teilnehmer identische Startbedingungen zu schaffen, wurde das Seil nun auf eine festgelegte Länge gestreckt, der Lilienthal eingehängt und so gestartet. Der Vorteil dieser Methode ist, dass kein Helfer über einen plötzlich auftauchenden Maulwurfshügel straucheln kann. Und gerade im Hochstart zeigte sich das enge Zusammenspiel der Jugend mit den erfahrenen Piloten. Die einen gaben Tipps, wie der Start am besten gelingt, die anderen halfen tatkräftig bei den Startvorbereitungen.
Leider hatte der Wettergott an diesem Sonntag so seine eigenen Vorstellungen von fairen Wettbewerbsbedingungen und so wechselten sich sonnige Momente, böiger Wind und leichte Regenschauer ab. Da wir drei Wertungsdurchgänge – der jeweils schlechteste wurde aus der Wertung gestrichen – durchgeführt haben, waren die Unbillen ebenso gleichmäßig verteilt wie die sonnigen Phasen mit „anständiger“ Thermik. Natürlich blieben einige Lilienthal-Modelle nicht ohne Schäden. Mal wollte das Ausklinken partout nicht funktionieren, mal fegte eine Windböe im denkbar schlechtesten Moment über den Flugplatz und den Lilienthal vom Himmel. Aber alle Schäden wurden im kameradschaftlichen Geist mit etwas Sekundenkleber oder Klebeband repariert. Dabei taten sich die Jugendlichen mit ihrer Hilfsbereitschaft besonders hervor. Und so konnten schließlich alle 39 Flüge erfolgreich absolviert werden. Um die Wartezeit zwischen den Flügen und der Auswertung zu überbrücken, wurde ein Grill aufgebaut und alle Teilnehmer konnten sich für die abschließende Siegerehrung stärken.
Da wir die Piloten unter 17 Jahren getrennt von den „großen Jungs“ gewertet haben, konnten sich Leo, Jannik und Tammo über die ersten Plätze ihrer Klasse freuen. Bei den Senioren hatte Horst die Nase vor Sebastian und Michael. Aber zur großen Überraschung aller Teilnehmer zeigte eine genaue Betrachtung der Auswertung, dass die Jugend den „Welpenschutz“ eigentlich gar nicht nötig hat.
Zur Erinnerung an diesen gelungene Tag erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde. Für den Wettbewerb waren von aero-naut hochwertige Preise zur Verfügung gestellt worden, aus denen die Teilnehmer in der Reihenfolge ihrer Platzierung auswählen konnten. Zum Ende des Tages haben die Organisatoren Horst Krüger und Thorsten Marquardt von allen Teilnehmern ein großes Lob erhalten, verbunden mit dem Wunsch, den Lilienthal Cup auch 2027 wieder auszurichten. Diesem Wunsch kommen wir gern nach, denn nach dem Cup ist vor dem Cup. Die Vorbereitungen für den Wettbewerb 2027 laufen. Wir danken Thorsten Rechthaler von aero-naut für seine Unterstützung und aero-naut für das Sponsoring.


