Zukunft der Funktechnik: DMFV beobachtet neue EU-Vorgaben und Normen

In am 02. Juni 2026

Wie sieht die Zukunft unserer Fernsteuerungen im 2,4-GHz-Band aus? Welche neuen EU-Regeln kommen auf Hersteller und Modellflieger zu?

Beim jüngsten ISAD-Workshop (Informationsstelle für Funk und Technologie) in Ravensburg wurden die Weichenstellungen für die kommenden Jahre diskutiert. Für den DMFV war Reinhold Krüger (Referat Funk und Technologie) vor Ort, um die Interessen der Modellflieger zu vertreten.

Das Treffen, das am 21. Mai 2026 stattfand, begann mit einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen, langjährigen Branchen- und Funkexperten Frank Tofahrn, dessen Arbeit auch für den Modellflug von großem Wert war. Im Anschluss ging es direkt in die harten technologischen und rechtlichen Themen, die in den nächsten Monaten greifen werden:

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Reinhold Krüger (Beauftragter für Technologie im DMFV)

1. Der Cyber Resilience Act (CRA) – Cybersicherheit für Funksteuerungen

Der neue EU-Erlass zur Cybersicherheit soll bis September 2026 endgültig in Kraft treten. Betroffen sind alle Geräte, die internetfähig sind – und damit potenziell auch modernste Funkfernsteuerungen mit entsprechenden Schnittstellen.

  • Wichtig für uns Modellflieger: Bereits gekaufte und genutzte Anlagen im Besitz der Anwender müssen nicht nachgeprüft werden – hier gibt es Bestandsschutz. Für Hersteller und Händler gilt jedoch ab dem Stichtag ein striktes Verkaufsverbot für Geräte, die dem CRA nicht entsprechen, was auch aktuelle Lagerbestände betrifft. Der Nachweis erfolgt künftig über eine erweiterte CE-Konformitätserklärung.

2. Überarbeitung der EN 300 328 – Robuster gegen Störungen

Die für uns wichtigste Prüfnorm für Fernsteuerungen im 2,4-GHz-Band wird routinemäßig überarbeitet. Hier zeichnen sich zwei erfreuliche technische Verbesserungen ab:

  • Besserer Schutz vor Fremdsignalen: Die Grenzwerte für das sogenannte „Empfänger-Blocking“ werden verschärft. Unsere Empfänger müssen dadurch künftig ab Werk deutlich robuster gegen starke Funksignale ausgelegt werden, die auf Frequenzen weit abseits des 2,4-GHz-Bandes senden. Das erhöht die Übertragungssicherheit im Alltag spürbar.

  • Weniger gegenseitige Störungen: Unerwünschte Nebenaussendungen von Sendern werden künftig strenger und auch innerhalb des 2,4-GHz-Bandes gemessen, um das Risiko von gegenseitigen Beeinflussungen der Piloten untereinander weiter zu minimieren.

Durch den engen Draht unseres Referats Funk und Technologie zu den Standardisierungsgremien (wie der ETSI) bleibt der DMFV für Euch ganz nah am Ball, damit unser Hobby auch in Zukunft sicher und frei von unnötigen bürokratischen Hürden bleibt.