Rückblick auf die Akro Segelflug Saison 2016

In am 30. November 2016

Mit über 150 Piloten in der Akro Segelflug-Saison 2016 verbucht das DMFV-Sportreferat von Christoph Fackeldey das erfolgreichste Jahr seit ihrer Gründung Ender der 1990er-Jahre. Nach durchwachsenen Sommermonaten mit regelmäßig nahezu unfliegbaren Wetterbedingungen an dem Wettbewerbssonntagen stellte Ende August die 19. Internationale Deutsche Meisterschaft im Akro Segelflug in Hirzenhain den Saisonhöhepunkt dar. Sieben Tage lang Hochsommer und Flugbedingungen stellten viele andere Wettbewerbe sprichwörtlich in den Schatten.
Den Auftakt der Saison Akro Segelflug-Sainson 2016 bildete der erste Regionalwettbewerb bei der LSG Mücke. Der wunderschön gelegene Flugplatz verlangte mit noch kühlen und windigen Wetterbedingungen alles ab vom gesamten Teilnehmerfeld. 31 Piloten, darunter drei Rookies, 15 Piloten in der Limited- und 13 Piloten in der Unlimited-Klasse erlebten einen anspruchsvollen ersten Teilwettbewerb. Rookie Ronald Knebel gewann in seiner Klasse souverän vor Maximilian Dolenski und Kai Derkum. Knebel hatte sich zur Herbst/Wintersaison 2015 bereits mit dem Akro Segelflug ausgiebig beschäftigt mit seinem kleinen Swift in der Theorie und vor allem in der Praxis, was ihm auch unter Wettbewerbsdruck zu beachtlichen Ergebnissen verhalf. Auch die F-Schlepp Gilde rund um Ulf Reichmann war in diesem Jahr von Beginn an gefordert, denn bei starken Seitenwindbedingungen auf einem Hochplateau zu landen, forderte den Piloten alles ab.

Kopf an Kopf
Die Limited-Klasse war auch in Sachen Platzierungsdichte schon zu Saisonauftakt so eng zusammen wie in den Vorjahren. Hier siegte Peter Albert vor Marcel Rybski und Dominik Grebe. Letzter hatte seinen neuen Solofox im Maßstab 1:2,5 erst am Vortag eingeflogen und sein Talent mit seiner Leistung mal wieder unter Beweis gestellt. In der Unlimited-Klasse siegte Patrick Georg vor Florian Vogelmann und Christian Rückert. Rückert ist inzwischen auch als F-Schlepp-Pilot aktiv und diese Doppelbelastung scheint ihm und seinen Flugleistungen gut zu tun. Eine Garantie auf vordere Plätze gibt es jedoch auch für routinierte nicht. Es reicht meist schon ein Moment der Unachtsamkeit aus und man kann wertvolle Punkte verschenken. Aber genau dieser Schlagabtausch auf Augenhöhe ist das gewünschte Ziel und sicherlich auch der Motor für eine aktive Wettbewerbsszene.
Der zweite Regionalwettbewerb machte Station inmitten schönster Naturlandschaft bei der MFG Strinz-Trinitatis. Die Verantwortlichen staunten nicht schlecht über einen komplett gefüllten Flugplatz mit über 30 Akrosegelflugmodellen bereits beim freien Training. Felix Diefenthal blühte im Wettbewerb zu alter Vorjahreshöchstform auf und siegte in der Limitedklasse vor Julius Klaffky und Dominik Grebe, der damit erneut auf dem Podest stand. Vor allem die Jugend war in Strinz wieder mal stark vertreten: Marcel Rybski, Niels Kägi, Markus Janzer sowie Quinten Schönwald und Samuel Benzler zeigten eindrucksvoll ihr fliegerisches Können. Florian Vogelmann flog in der Unlimited-Klasse mit zwei 1.000er-Wertungen direkt auf Platz 1, dicht gefolgt von Patrick Georg und Domink Braun, der mit seinem neu aufgebauten Swift stets zu den Podiumskandidaten gehört.

Grundlagenwissen
Mitte August ging es dann zum Flugplatz der FME Erkelenz zur Akro Akademie 2016. Hier, im sogenannten „Leistungszentrum Erkelenz“ sind nicht nur Punktrichter und Sportreferent zu Hause, sondern auch Wettbewerbspiloten wie Harald Sieben oder Ingo von der Forst. Neben klassischen Einstellarbeiten ging es vor allem um den Austausch zwischen Piloten und Punktrichtern. Direkt im Flug oder danach konnten die Piloten ihren Flugstil analysieren, was sonst auf keinem Wettbewerb geht. Neuzugang Matthias Rommel zeigte bereits in seinen Feineinstellungen, dass mit ihm ein neuer Stern am Rookie-Himmel aufgehen könnte. Aber auch die Jugend rund um Marcel Rybski, Fabius Fackeldey und Julius Klaffky zeigte enorme Steigerungen in nur zwei Flugtagen.
Somit war die perfekte Generalprobe für die bevorstehende DM in Hirzenhain geschaffen. Mit Temperaturen von 35 Grad Celsius Ende August hatte niemand gerechnet und vor allem nicht mit einer stabilen Wetterlage, die beim Trainingsauftakt an jenem Dienstag begann und bis zur Siegerehrung am Sonntagmittag anhielt.

Spitzendurchgänge
Besonders hervorzuheben ist, dass auch Piloten wie Gernot Bruckmann und sein Vater sowie viele weitere Spitzenpiloten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Weg zur DM nach Hirzenhain fanden. Viele von ihnen haben einst im Akro Segelflug ihre ersten Erfolge gefeiert und besuchen die Events noch heute. Die Stimmung inmitten vieler Nationen gemeinsam zu erleben, zu tratschen und dabei fliegerische Höchstleistungen am Stück zu erleben, hat für viele Piloten eine besondere Anziehungskraft. Was vor 19 Jahren in Deutschland, in Österreich und kurz danach auch in der Schweiz begann, war Pionierarbeit von vielen fleißigen Helfern. Eine DM mit 60 Teilnehmern ist der Beleg, dass das Konzept der Sportklasse bis heute funktioniert, die viele Stunden an persönlichem Einsatz erfordern.
Ralf Wunder, Wettbewerbsleiter, Pilot und Szenekenner ist seit Jahren eine wichtige Persönlichkeit des Referats. Mit neuen Ideen und Überlegungen, prägt er das Referat wie kaum ein zweiter. Doch auch die vielen freundschaftlichen Kontakte in die F-Schlepp Szene, aus deren Pilotenfeld inzwischen über 15 aktive Mitglieder regelmäßig auf Wettbewerben zur Verfügung stehen, wäre all das nicht machbar. Es gehört schon eine Menge an fliegerischem Können, Disziplin und Ehrgeiz dazu, um einen Segler mit fast 20 Kilogramm Gewicht punktgenau in einer Höhe von 500 Metern abzusetzen. Und auch um den Nachwuchs muss sich der Akro Segelflug keine Gedanken machen. Durch viele Aktivitäten vor und nach den Veranstaltungen, auf Messen oder Flugtagen, sowie durch die direkte Ansprache von Flugkameraden wie Ralf Doll stehen immer genügend neue Piloten in den Startlöchern.

Starker Nachwuchs
Doch zurück zur Deutschen Meisterschaft. Selten war eine Trainingstafel so voll, dass sie bereits einen Tag vor dem offiziellen Training im wahrsten Sinne des Worts überschwappte. Aber Stimmung und die Flugplatzverhältnisse waren gut, weil es an nichts fehlte. Die Jugendklasse mit sieben Piloten wurde von Julius Klaffky souverän angeführt, dicht gefolgt von Marcel Rybski, der zusammen mit seinem Vater schon lange dabei ist. Ihnen waren Markus Janzer und Neueinsteiger Luis Rohmann dicht auf den Fersen. Fabius Fackeldey hat schon Rookie-Erfahrung auf Regionalwettbewerben gesammelt, aber an einer DM nahm auch er hier zum ersten Mal teil ebenso wie Maximilian Dolenski.
Rookies gibt es in der Akro Segelfluggemeinschaft übrigens in doppelter Hinsicht. Zum einen fliegen sie in den regionalen Wettbewerben in einem eigenen Programm und zum anderen unterliegen sie in der Limited-Wertung auf einer Deutschen Meisterschaft einer eigenen so genannten Rookie-Wertung. Das schafft nicht nur mehr Selbstvertrauen, sondern nimmt vor allem auch Druck bei den ersten Wettbewerben. Wenngleich das im Falle von Rookie-Sieger Matthias Rommel wohl gar nicht nötig war. Denn es ist schon bemerkenswert, dass dieser Pilot in der Gesamtwertung von 31 Piloten auf Rang 11 landete. Auch die Rookieklasse war mit sieben Piloten stark vertreten, darunter auch der erfahrene Punktrichter Paul Schneider, der damit neben Willy Treyz der zweite aktive Pilot aus den Reihen der Punktrichter geworden ist.

Limited und Unlimited
Auch die Beteiligung in der Limited-Klasse kann sich mit 31 Piloten international sehen lassen, denn viele dieser Piloten waren auch auf einem Contest in der Schweiz oder Österreich erfolgreich dabei. Hier ist unter anderem Maximilian Klein zu nennen, der in seiner Klasse nicht nur die Kür gewann, sondern bereits in der Schweiz auf dem Podest stand. Erstmals siegte in seiner noch jungen Karriere Julius Klaffky vor Felix Diefenthal und Marcel Rybski. Ein toller Erfolg für diese jungen Piloten.
Mit 21 Piloten in der Unlimited-Klasse lag die Messlatte enorm hoch und hier standen mit Sieger Gernot Bruckmann und dem Drittplatzierten Daniel Nagl gleich zwei Piloten aus Österreich auf dem Treppchen. Florian Vogelmann erflog mit einer spektakulären Kür Platz 2 in der Gesamtwertung. Urgestein Hans Wallner und Szenemitbegründer erflog einen beachtlichen 6. Rang, aber die Leistungen in dieser extrem anspruchsvollen Klasse sind von allen Piloten beachtlich gewesen.
Ein besonderes Dankeschön geht an alle Punktrichter rund um Andreas Buch, die mit ihrem Einsatz in dieser Saison wieder ganze Arbeit geleistet haben. Nicht unerwähnt bleiben sollen auch alle aktiven Schlepp-Piloten rund um Ulf Reichmann sowie Wettbewerbsleiter Ralf Wunder und die vielen Weggefährten und Kameraden, die durch ihre Teilnahme und ihre Begeisterung zum Erfolg der Klasse beitragen.
Christoph Fackeldey
Fotos: Fabius Fackeldey, Christoph Fackeldey