Modellfluggelände und Brutvogelfauna

DMFV beauftragt Studie zum Einfluss von Modellflug auf das Brutverhalten

Viele von Euch werden dieses Problem kennen: Ein Modellfluggelände erhält keine Aufstiegserlaubnis, weil ein vermeintlich seltener Vogel dort brütet oder brüten könnte, oder es wird von den Behörden eine Flugbeschränkung während der Brutzeit gefordert. Und das, obwohl immer wieder zu beobachten ist, dass die allermeisten Vogelarten kaum oder gar nicht auf Modellflugbetrieb reagieren. Ganz im Gegenteil. Einige Vögel scheinen von Flugmodellen sogar regelrecht angezogen zu werden.

Der DMFV wird nun eine Studie zu diesem Thema durchführen zu lassen. Ziel der Studie ist es, eine möglichst umfangreiche Kartierung von Brutvogelarten vorzunehmen, die auf Modellflugplätzen anzutreffen sind und deren Störverhalten in Bezug auf Modellflugbetrieb zu ermitteln. Dazu wird die MILVUS GmbH bundesweit fünf Modellfluggelände und jeweils fünf vergleichbare Referenzgelände ohne Modellflug ein Jahr lang untersuchen.

Am Ende der Studie werden belastbare und auch vor Gericht verwendbare Ergebnisse vorliegen, bei welchen Vogelarten mit Beeinträchtigungen zu rechnen ist und bei welchen nicht. Die Studie wird im Einzelfall zwar kein Gutachten ersetzen, bildet aber eine wissenschaftliche Grundlage, wie das Vorhandensein bestimmter Vogelarten bewertet werden muss.

Udo Straub (links) und Lothar Melchior

Belastbare Ergebnisse erwartet

„Wir sind uns sicher, mit diesem ambitionierten Projekt einen Beitrag zum Erhalt und zur Neuzulassung von Modellfluggeländen zu leisten.“ so Lothar Melchior, Naturschutzexperte des DMFV, „Von den Ergebnissen der Studie werden viele unserer Vereine in erheblichem Maße profitieren.“

Seitens des DMFV wird dieses Forschungsprojekt von den beiden Naturschutzbeauftragten Lothar Melchior und Udo Straub, sowie durch den Verbandsjustiziar Rechtsanwalt Carl Sonnenschein begleitet.

Mit ersten Erkenntnissen und einer Auswertung der gesammelten Daten ist bereits Ende des Jahres 2021 zu rechnen.