Du kannst in unserer Wissensdatenbank stöbern oder nach Antworten suchen.
Einsatz von Smokern
Gesundheitsrisiken durch Raucherzeuger in Flugmodellen
Das Wichtigste vorab: Dieser Artikel soll kein grundsätzlich schlechtes Licht auf den Einsatz von Smokern werfen. Vielmehr geht es darum, für die Risiken zu sensibilisieren, die Smoker durch ihren Einsatz erzeugen können. Dieser Bericht soll die Basis schaffen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Rauchsystemen in Modellflugzeugen.
Grundsätzliches
Zur Erzeugung von Rauch in Jetmodellen kommt sogenanntes Paraffinöl zum Einsatz. Paraffine sind Kohlenwasserstoffe, die in der Chemie als Alkane bezeichnet werden. Handelsbezeichnungen sind unter anderen Weißöl oder Lampenöl. Im Modellflug spricht man oft auch schlichtweg von Smoke-Öl. Dieses Öl wird in den Abgasstrom der Turbine beziehungsweise das Abgassystem eines Kolbenmotors geleitet.
Bei der Einspritzung von Smoke-Öl in den Abgasstrom der Turbine zündet das Smoke-Öl, da die Temperatur über seiner Zündtemperatur liegt. Bei dieser Pyrolyse brechen die langkettigen Moleküle der Ausgangsstoffe, ein Prozess, der in der Petrochemie als „Cracken“ bezeichnet und durch den Wasserstoff freigesetzt wird. Unter den so gegebenen Bedingungen kommt es zur Bildung von H2O in Form von Wasserdampf, was auch den volumenmäßig größten Anteil der Abgasfahne ausmacht.
Nicht einatmen
Die verbleibenden Kohlenwasserstoffe reagieren zu verschiedenen Stoffen wie zyklischen und polyzyklischen Kohlenwasserstoffen. Die entstehenden Stoffe sind in fast allen Fällen gesundheitsschädlich.
Empfehlungen
Es sollte jedem Verein bewusst sein, dass Smoke-Öl nur in seiner primären Form, das heißt, ohne einem thermischen Prozess ausgesetzt gewesen zu sein, unbedenklich ist. Es ist zwar nichts dagegen einzuwenden, Smoker zu betreiben, jedoch sollte sichergestellt werden, dass die Smoke-Fahne das Publikum nicht erreichen kann. Vereinen ist dringend zu empfehlen, einen entsprechenden Passus in ihrer Flugbetriebsordnung unterzubringen.
Beispiel für die Flugbetriebsordnung
„Einsatz von Raucherzeugern (Smoker)
Beim Einsatz von Smokern, sowohl auf Kohlenwasserstoffbasis (Paraffine) als auch auf Feststoffbasis (Kaliumchlorat/Laktose), ist auf die Windrichtung zu achten. Bei einer Windrichtung, bei der die Rückstände in Richtung des Vorbereitungsraums getrieben werden, dürfen Smoker nicht unter 25 Meter über Grund betrieben werden.“