CIAM und Junioren

In am 22. Januar 2015

Die Jugend ist unsere Zukunft – dieser Satz ist so banal wie richtig. Er gilt gerade auch für anspruchsvollen Sport wie das Modellfliegen in FAI-Klassen. Fähigkeiten müssen über Jahre erworben, Kenntnisse und Erfahrungen entwickelt werden.
Die CIAM hat das Höchstalter für Junioren, die an internationalen Wettbewerben oder Meisterschaften teilnehmen, auf 18 festgesetzt; sie gelten noch als Junior in dem Jahr, in dem sie 18 werden oder geworden sind (ABR B.3.4.a). Die meisten Junioren fliegen national wie international in den Klassen, in denen eigene Meisterschaften für sie stattfinden: In den Freiflugklassen F1A, B, P, D und E, in den RC-Klassen F3J (Thermiksegelmodelle) und F3K (Wurfgleiter, im Jargon HLG = handlaunched glider) und in den acht Raketenklassen S1, S3 bis S9.

Die einzige internationale Meisterschaft, die unabhängig nur für Jugendliche bis 18 organisiert wird, ist die für die drei Freiflugklassen F1A,B,P – Hochstartsegler, Gummimotormodelle und kleine Motormodelle für Verbrenner bis 1 ccm. Bei den Saalflugmeisterschaften mit 1,4 g leichten Gummimotormodellen fliegen Junioren Runde für Runde gleichzeitig mit den Senioren, bei den Hangflugmodellen mit Magnetsteuerung F1E haben sie ihren eigenen Wettbewerbstag und bei den RC-Klassen F3J und F3K gibt es Runden für Senioren und für Junioren im Wechsel. Damit eine internationale Meisterschaft für Raketenmodelle mit zweimal acht Klassen nicht jeden zeitlichen Rahmen sprengt, gibt es genug Startstellen für alle Team; es startet jeweils, wer die Erlaubnis bekommt.

Mit den aufgeführten Wettbewerben sind gerademal sechs Welt- und Kontinentalmeisterschaften erfasst. Und was ist mit Junioren bei den anderen Klassen? Für die hatte die Fesselflugszene schon vor vielen Jahren ihre eigene Lösung. Für ihre F2-EM bzw. WM (die von der Teilnehmerzahl her größte FAI-Meisterschaft überhaupt) erfand sie vor Jahrzehnten das vierte Team-Mitglied, das ein Junior sein muss.
2010 zogen auf einen Vorschlag der Technical Secretary Jo Halman hin alle Klassen nach, die bisher keine Juniorwertung kannten. Das bedeutet, dass seitdem in den Kunstflugklassen F3A und F3P, den Segelflugklassen F3B und F3F, den Helikopterklassen F3C und F3N, der Pylonracing-Klasse F3D, den Scale-Klassen F4C und F4H wie den Elektro-Klassen F5B und F5D die üblichen dreiköpfigen Nationalteams um einen Junior ergänzt werden können.
Dieser 4. Mann (es sind sehr selten Frauen) fliegt ganz normal mit und kann darum nicht nur Junior-, sondern auch Senioren- Welt- oder Europameister werden. – Einzelne Nationen beklagten den taktischen Vorteil eines Vier-Piloten-Teams über eines mit nur drei Piloten. Antwort der CIAM: Wir wollen, dass in den nationalen Aeroclubs Jugendliche gefördert werden. Wir wollen, dass es auch bei nationalen Wettbewerben Juniorenwertungen gibt. Wir wollen weltumspannend Anstrengungen, nicht nur etablierte Piloten zu fördern, sondern auch neue sich entwickeln zu lassen.
Noch ein Wort zur Praxis. Bei einigen Freiflug- und Raketenwettbewerben muss man kein alter Fuchs sein, um international mithalten zu können. Starttechniken lassen sich schnell lernen; das Entscheidende, den Startzeitpunkt, bestimmt der erfahrene Team-Manager. Allerdings müssen Saalflugmodelle F1D oder Raketenmodelle vom Teilnehmer selbst gebaut sein, nicht aber Hangsegler mit Magnetsteuerung. Für eine F1E-WM-Teilnahme genügen im Prinzip Übung, ein paar gute Modelle, die Qualifikation über nationale Wettbewerbe, und nicht zuletzt unterstützende Eltern.
Bei RC-Klassen wiederum ist verblüffend, wie gut Kinder das Steuern von Flugmodellen lernen, wenn man sie früh damit beginnen lässt und durch Wettbewerbe anregt.