Fliegen in der Kontrollzone

Regelmäßig werde ich anlässlich meiner DMFV-Telefonsprechstunde gefragt, ob und wie das Fliegen mit Flugmodellen im kontrollierten Luftraum, insbesondere in Kontrollzonen zulässig ist. Nach § 21 Absatz 1 Nr. 2 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) bedarf die Nutzung des kontrollierten Luftraums auch durch Flugmodelle einer Flugverkehrskontrollfreigabe der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle. Ohne eine deartige Freigabe ist das Fliegen im kontrollierten Luftraum nicht erlaubt. 

Für Modellflieger ist in diesem Zusammenhang zum einen der Luftraum “E” relevant, der spätestens ab 2.500 Fuß beziehungsweise 762 Meter beginnt, jedoch in der Nähe zu Flughäfen auf bis zu 1.000 Fuß beziehungsweise 304,8 Meter abgesenkt werden kann. Welche Flughöhenbegrenzung jeweils relevant ist, ergibt sich aus den Luftfahrerkarten (ICAO-Karten) oder kann mit einer entsprechenden App festgestellt werden. 

Zum anderen sind für Modellflieger die Kontrollzonen “D” relevant. Da Kontrollzonen ab dem Boden beginnen, ist für das Fliegen in diesen Bereichen immer eine Flugverkehrskontrollfreigabe notwendig. Für Modellfluggelände die in Kontrollzonen liegen, existiert in der Regel eine Betriebsabsprache mit der Flugsicherung des benachbarten Flughafens, nach der die benötigte Flugverkehrskontrollfreigabe, oft mit einer Flughöhenbegrenzung versehen, erteilt wird. Einzelne Modellflieger ohne feste  Betriebsabsprache benötigen für das Fliegen in einer Kontrollzone eine Flugverkehrskontrollfreigabe der zuständigen Flugsicherung. 

Für die meisten zivilen Verkehrsflughäfen ist automatisch eine solche Freigabe bis zu einer Flughöhe von 50 Meter über Grund erteilt. In Allgemeinverfügungen, veröffentlicht als “NfL 1-1197-17” und “NfL 1-1353-18”, haben die Deutsche Flugsicherung (DFS) und die Austro Control für die von ihnen betreuten Flughäfen diese Freigabe verfügt. Sie können im Internet nachgelesen werden. In den Vorgängerverfügungen wurde noch zwischen Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen (UAS) in der Art unterschieden, dass Flugmodelle bis 30 Meter über Grund und UAS bis 50 Meter über Grund fliegen durften. Durch die genannten aktuellen Verfügungen ist diese Differenzierung aufgehoben worden, sodass auch Flugmodelle bis 50 Meter über Grund betrieben werden dürfen. Erforderlich ist dabei unter anderem ein Mindestabstand von 1,5 Kilometer zur Flugplatzbegrenzung und die Beachtung einer maximalen Startmasse von 5 Kilogramm. Vor dem Fliegen sollte die entsprechende Allgemeinverfügung durchgelesen werden.

Carl Sonnenschein
Rechtsanwalt