Der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) hat bereits im Vorfeld ausführlich darauf hingewiesen: Mit Wirkung zum 01. Oktober 2017 sind die Vorgaben für Modellflugsportler verschärft worden. An dieser Stelle sei nochmals das Wichtigste zusammengefasst:

1: Kenntnisnachweis: Wer ab dem 1. Oktober 2017 auch außerhalb von Modellflugplätzen mit seinem Modellflugzeug höher als 100 Meter fliegen möchte, benötigt dafür den sogenannten Kenntnisnachweis. Dieser wird über ein einfaches Online-Verfahren beim Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) angeboten. Unter https://kenntnisnachweisonline.dmfv.aero/ steht das nutzerfreundliche Tool zur Verfügung. Erwerben kann den Kenntnisnachweis jeder, der das 14. Lebensjahr vollendet hat. Bei Minderjährigkeit ist noch die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters nachzuweisen. Die Gebühr beträgt laut Kostenverordnung der Luftfahrtverwaltung 25,– Euro zuzüglich 7 Prozent Mehrwertsteuer, insgesamt also 26,75 Euro.

Dieser Kenntnisnachweis stellt eine Einweisung in die Grundlagen der Anwendung und der Navigation von Flugmodellen, der einschlägigen rechtlichen Grundlagen und der örtlichen Luftraumordnung dar. Er ist auch Voraussetzung dafür, außerhalb von Modellfluggeländen mit Aufstiegserlaubnis (AE) ein Flugmodell in einer Flughöhe über 100 Meter über Grund steuern zu dürfen. Alle wichtigen Informationen hat Rechtsanwalt Carl Sonnenschein zusammengetragen, die sowohl im Verbandsmagazin Modellflieger 05/2017 als auch online veröffentlicht sind: https://www.dmfv.aero/recht/kenntnisnachweis-wichtige-informationen/

Eine Ausnahme bilden Drohnen/Multikopter, denn für diese gilt abseits von Modellfluggeländen mit AE und unabhängig vom Startgewicht des Modells auch für Inhaber eines Kenntnisnachweises eine ausnahmslose Flughöhenbegrenzung von 100 Meter. Für Modellflugbetrieb auf Modellfluggeländen, für die eine AE erteilt wurde, ist bei Anwesenheit eines Flugleiters kein Kenntnisnachweis erforderlich. Sollte jemand ohne Flugleiter auf einem Modellfluggelände mit Aufstiegserlaubnis fliegen, ist der Kenntnisnachweis erforderlich.

Inhaber einer gültigen Lizenz als Luftfahrzeugführer benötigen keinen Kenntnisnachweis. Unter „Erlaubnis als Luftfahrzeugführer“ ist zu verstehen: die Lizenz für Luftfahrzeugführer gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1 LuftPersV (Piloten von Flugzeugen, Hubschraubern, Segelflugzeugen, Ballonen und Luftschiffen oder der Luftfahrerschein oder Ausweis gem. § 2 Abs. 1 Nr. 2 LuftPersV (beispielsweise Ultraleichtflugpiloten oder Gleitschirmflieger). Personen, die einen gültigen UAS-Kenntnisnachweis oder einen Ausweis für Steuerer von Flugmodellen mit einem Startgewicht von 25 bis 150 Kilogramm besitzen, benötigen keinen zusätzlichen Kenntnisnachweis.

=> Wichtig: Der Kenntnisnachweis ist nur für den Betrieb von Flugmodellen im Sport- und Freizeitbereich gültig. Für den gewerblichen Betrieb gelten andere Voraussetzungen. Eine missbräuchliche Nutzung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Ordnungsgeld in Höhe bis zu 50.000,– Euro bestraft werden.

2. Kennzeichnungspflicht für Flugmodelle: Flugmodelle ab einer Startmasse von 250 Gramm unterliegen ab dem 01. Oktober 2017 der Kennzeichnungspflicht. Sie erfordert, dass der Eigentümer eines Flugmodells an sichtbarer Stelle seinen Namen und seine Anschrift in dauerhafter und feuerfester Beschriftung an dem Modell anbringen muss. Entsprechende Schilder können beispielsweise im DMFV-Shop bestellt werden: www.dmfv-shop.de