IMG_5289_15x10Im Rahmen der Messe Faszination Modellbau fand am Samstag, den 1. November 2014 ein Meeting der Mitglieder der EMIG-RC (European Manufacturer & Importer Group/Radio Control) statt. Anwesend waren Vertreter der Modellbau Industrie (AKMOD GmbH, Graupner/SJ GmbH, LRP electronic GmbH, robbe Modellsport GmbH & Co. KG, Revell GmbH & Co. KG, Weatronic GmbH) sowie Vertreter der Modellflugverbände Deutscher Modellflieger Verband (DMFV) und Deutscher Aero Club (DAeC). Die wichtigste Nachricht für Modellflugsportler: Die Änderungen bestehender Normen haben keinen Auswirkungen für bereits gekaufte RC-Anlagen, diese besitzen Bestandsschutz.

Die EMIG-RC) ist die Interessenvertretung der Modellflieger gegenüber der ETSI (European Telecommunications Standards Institute oder Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen). Während der regelmäßigen Sitzungen der ETSI werden die Forderungen und Vorschläge der Nutzer des 2,4-GHz Frequenzbandes gesammelt, analysiert und nach Maßgabe der Realisierbarkeit zu der europäischen Funknorm EN 300 328 verarbeitet.

Die wachsende Zahl der Nutzer des 2,4 GHz Bandes hat zur Folge, dass die Norm EN 300 328 einem steten Wandel unterliegt. Demzufolge hat die gültige und verbindliche Version eine verhältnismäßig geringe Laufzeit. Ab dem 1. Januar 2015 tritt die Version V 1.8.1 in Kraft, die Nachfolgeversion V1.9.1 ist im Wesentlichen fertig und die Version V 1.10.1 ist in Arbeit. Die Laufzeit der Version V 1.8.1 wird einige Jahre betragen. Die Änderungen der jeweiligen Folgeversion betreffen in erster Linie eine effizientere Ausnutzung des Spektrums mit dem Ziel, einer immer größer werdenden Zahl von Nutzern einen möglichst wenig gestörten Betrieb zu gewährleisten. Als aktuelles Beispiel sei eine der Änderungen von Version V 1.7.1 nach Version 1.8.1 genannt: bei der ab 1. Januar 2015 gültigen Version V 1.8.1 muss der Sender vor Aussendung seiner Nachricht prüfen, ob der in Aussicht genommene Kanal frei ist. Wenn ja, wird er die Nachricht senden, wenn nein, wird er den nächsten Kanal prüfen und so weiter. Dieses Verfahren wird LBT (Listen Before Talk) genannt. Es bewirkt eine deutliche Reduktion schädlicher Nachrichten Kollisionen. Zudem gibt es für den Sender die Möglichkeit, das Verhältnis Sendezeit zu Pausenzeit auf weniger als 10 Prozent dauerhaft zu verringern. Wenn er dieses tut, darf er auf LBT verzichten.

Man ist der Meinung, dass das zur Verfügung stehende Frequenzspektrum genügend geschont wird und andere Nutzer des Spektrums genügend selten gestört werden, wenn ein Sender nur maximal 10 Prozent seiner möglichen Sendezeit ausnutzt. Andere Änderungen beziehen sich auf die Verbesserung von Messverfahren, was dringend nötig war in Hinblick auf die Eindeutigkeit von Spezifikationen. Die Normungsarbeit der ETSI brachte die europäische Funknorm EN 300 328 V1.7.1 hervor. Diese Norm hat Gültigkeit bis zum 31. Dezember 2014. Ab 1. Januar 2015 tritt die Version V1.8.1 in Kraft. Das macht einigen Modellfliegern Angst. Sie befürchten, dass die teilweise weitreichenden Änderungen technischer Art zu einem Nutzungsverbot der vor dem 1. Januar 2015 gekauften Anlagen führen könnte. Daher ist für den Modellflieger, der auf 2,4 GHz umgestiegen ist, wichtig zu wissen, dass er seine vor dem 1. Januar 2015 gekaufte Anlage ohne Einschränkung weiter benutzen darf. Die Anlage hat Bestandschutz. Eine andere Frage, die einige Modellflieger für sehr wichtig erachten, ist diese: kann mein alter V 1.7.1 Sender mit neuen V 1.X.1 Empfängern zusammen arbeiten? In aller Regel ja, im Zweifel muss das mit dem Hersteller besprochen werden. Es sind Update Möglichkeiten denkbar, die einen V 1.7.1 Sender zu einem V 1.8.1 Sender machen. Soll man, wenn möglich, dieses Update unbedingt machen lassen? Nun, es schadet nicht, und beim Steuern eines Modellflugzeuges wird man keinen Unterschied bemerken. Es gibt dennoch einen positiven Effekt: der Sender wird „freundlicher“ zu anderen Sendern, weil er erst prüft, ob der gewählte Kanal frei ist bevor er sendet. Je mehr „freundliche“ Sender im Laufe der Zeit in Betrieb sind und je mehr „unfreundliche“ Sender, die nicht prüfen, verschwinden, desto besser ist es für die Gesamtsituation, weil die Gefahr von Datenkollisionen abnimmt.

Mit der EMIG-RC haben die Modellflieger eine Lobby, die weiterhin wachsam ist und sich Rahmen ihrer Möglichkeiten einsetzt, dem Modellflugsport schädlichen Entwicklungen bei der Normungsarbeit der ETSI entgegen zu wirken.

Dieter Perkuhn
Kompetenzreferat Funk im DMFV