DMFV führt positives Gespräch mit BMVI in Berlin

Am 11. Juli 2017 trafen sich Vertreter des Deutschen Modellflieger Verbandes (DMFV) und des Verkehrsministeriums (BMVI) zu Gesprächen in Berlin. Ziel: Die Wahrung der Interessen der Modellflugsportler im Rahmen der geplanten Drohnenregulierung durch die Europäische Kommission. Gesprächspartner auf BMVI-Seite waren Staatssekretär Michael Odenwald und Peter Wichtel, Mitglied des Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag. Stellvertretend für den Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr im Deutschen Bundestag, Reinhold Sendker, war zudem Stephanie Jahn anwesend.

Besondere Bedeutung für den DMFV hat die Frage, wie sich die Bundesregierung im Europäischen Rat verhalten wird, wenn es um die Übertragung der Hoheitsrechte Deutschlands bezüglich der Regelungskompetenz für die unbemannte Luftfahrt unter 150 Kilogramm Abfluggewicht geht. Bisher hat die EU-Kommission – und damit die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) – kein Mandat für diesen Bereich. Sie kann somit momentan den Modellflug nicht regulieren.

Staatssekretär Odenwald sagte zu, sich hier mit der zuständigen Fachabteilung für die Interessen der Hobby- und Freizeitpiloten einzusetzen. Ein Ziel könnte sein, die Übertragung der Hoheitsrechte davon abhängig zu machen, dass man gewisse Bereiche oder Nutzungsformen komplett aus der europäischen Regulierung herausnimmt. Peter Wichtel verwies auf das Beispiel USA. Dort wurden Flugmodelle, die zu Sport- und Freizeitzwecken genutzt werden, von der Regulierung ausgenommen. Insbesondere auch bei der Flughöhenbegrenzung. Alle Anwesenden verständigten sich auf einen weiteren Dialog, an dessen Ende eine gute Lösung für Deutschlands Modellflug- und Multikopterpiloten stehen wird.

Bezüglich der vorliegenden EASA-NPA bestand Konsens, dass diese deutlich über das Ziel einer Regelung mit Augenmaß hinausgeht. Sollte die EU-Kommission ein Mandat für den Bereich unter 150 Kilogramm erhalten, müsse hier deutlich vereinfacht werden. Weder für Behörden, noch für Piloten von Flugmodellen sei diese momentan anwendbar. Zwar gebe es bereits erste Ausnahmetatbestände, insbesondere für Verbands-und Vereinsmitglieder, es sei aber sinnvoller erst gar nicht in diesen Bereichen tätig zu werden.

Ebenfalls wurden die Pläne des Forschungsprojekts „SESAR“, die in einem ersten Schritt den „Unteren Luftraum“ bis 2019 sicherer machen möchte, kritisch diskutiert. Unter dem Namen „U-Space“ möchte man alle Drohnen registrieren, elektronisch identifizieren und mit Geo-Fencing ausstatten. Dass dies für viele Flugmodelle nicht oder nur sehr schwer realisierbar wäre, wurde von der Leitungsebene des BMVI und in der Politik aufgenommen.

Der DMFV ist nach dem Termin positiv gestimmt. Mit Staatssekretär Odenwald und dem Bundestagsabgeordneten Wichtel traf man auf zwei sehr engagierte und kompetente Fachleute, die den Interessen der Modellflug- und Multikopterpiloten sehr positiv gegenüberstehen.