Nachdem der DMFV die geplanten Einschränkungen für Modellflugsportler durch das Bundesverkehrsministerium abwenden und einen guten Kompromiss für die Modellflieger erzielen konnte, werden nun die Gespräche auf europäischer Ebene vertieft. Bereits seit 2014 steht der DMFV im fachlichen Meinungsaustausch mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Dabei hat der DMFV die Interessen aller Modellflugsportler im Hinblick auf geplante Regulierungen eingebracht. 

Nun fand am 12. Juni 2017 das erste offizielle Treffen zwischen dem DMFV und den Verantwortlichen der EASA in deren Zentrale in Köln statt. Mit dem zuständigen Direktor der EASA Yves Morier und dem RPAS-Section Manager Stefan Ronig diskutierten von Seiten des DMFV der Präsident Hans Schwägerl, Jürgen Heilig, Gerhard Wöbbeking, DMFV-Geschäftsführer Frank Weigand und DMFV-Verbandsjustitiar Rechtsanwalt Carl Sonnenschein.

In dem konstruktiven und fachlich-fundierten Gespräch brachte der DMFV seine präferierte Position zum Ausdruck, den Modellflug aus der Regelungskompetenz der Notice of proposed Amendment (NPA) 2017-05 herauszunehmen. Die der Regulierung der EASA zu Grunde liegende, sehr detailreiche und umfassende Normenregelung passt nach dessen Bewertung nicht auf die Flugaufgabe des Modellflugs. Um die Motivation der EASA zu verstehen und sie zu einer weiteren kritischen Überprüfung ihrer Bewertung zu motivieren, wurde von den Vertretern des DMFV ein umfassender Fragenkatalog überreicht. Direktor Yves Morier sagte zu, dass man diesem mit Interesse entgegen sieht und ihn umfassend beantworten werde. Der DMFV verwies in seiner Argumentation auch auf den Lösungsansatz in den USA. Die zuständige Luftfahrtbehörde FAA hat bei ihrer Regulierung der Drohnen den Modellflug außen vor gelassen.

Unabhängig davon bewertet die EASA ihre jetzt gefundene Lösung für einen wichtigen Schritt, um mit Europas größtem Modellflugverband, dem DMFV, einen Konsens zu erzielen. Direktor Yves Morier betonte, dass er mit dem Artikel 14 der NPA eine umfassende Lösung für den DMFV, seine Mitglieder und weitere europäische Verbände anstrebe. Hierzu werde es auf Wunsch des DMFV weitere Klarstellungen von Seiten der EASA geben. Ziel der EASA sei es, alle Verbands- und Vereinsmitglieder – unabhängig davon, ob sie ein Modellflugzeug oder eine Drohne/Multikopter fliegen – zu privilegieren. Man wolle hier eine Lösung auch für die Zeit nach dem Ablauf der 3 Jahre Übergangszeit schaffen.  

Großes Interesse zeigten die Vertreter der EASA auch gegenüber dem Engagement des DMFV bei der Aufklärung der Drohnen- und Multikopterpiloten über die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die hierzu aufgelegte neue Website www.copter.aero wurde als sehr wichtig und hilfreich angesehen.

DMFV-Präsident Hans Schwägerl zog ein positives Fazit bezüglich des gut zweistündigen Gesprächs. „Der intensive fachliche Austausch hat deutlich gemacht, wie die Interessenlage der Modellflieger ist. Gleichzeitig konnte auch die EASA ihre Vorgehensweise verdeutlichen. Wir wollen mit aller Kraft die Interessen unserer Mitglieder auch auf europäischer Ebene wahren und haben heute deutliche Fortschritte erzielt. Wir warten nunmehr die schriftlichen Antworten der EASA ab und werden dann unsere Position in weiteren Gesprächen verfolgen.“

EASA und DMFV vereinbarten die Fortführung des fruchtbaren Dialogs.