Kenntnis- und EU-Kompetenznachweis

Kenntnisnachweis & Kompetenznachweis

Modellflieger benötigen einen Kenntnisnachweis. Und dann gibt es ja auch noch den neuen Kompetenznachweis. Was man wann wirklich braucht und alles, was man dazu wissen muss, erklären wir auf dieser Seite.

Für Eilige

Piloten von unbemannten Luftfahrzeugen benötigen zum Betrieb von Flugmodellen oder Drohnen einen Nachweis, der ihnen die Kenntnis des gültigen Rechtsrahmens bescheinigt. Mitglieder von DMFV/DAeC können noch bis einschließlich 31.12.2022 ihren Kenntnisnachweis nach §21e der deutschen Luftverkehrsordnung nutzen, um im Verbandsrahmen nach den bisherigen nationalen Regeln und Vorschriften zu fliegen. Piloten, die nicht in einem der Verbände organisiert sind, fliegen automatisch in der „Offenen Kategorie“ im Sinne der EU-Drohnenverordnung. Sie benötigen daher den neuen Kompetenznachweis A1/A3, der über die Website des Luftfahrt-Bundesamts (www.lba.de) erworben werden kann.

Für Gründliche

Damit unbemannte Luftfahrzeuge sicher betrieben und in den allgemeinen Luftraum integriert werden können, sind grundlegende Kenntnisse der zu beachtenden Regeln und Vorschriften zwingend erforderlich. Im Rahmen der Novellierung der deutschen Luftverkehrsordnung (LuftVO) wurden im Jahr 2017 mit den Kenntnisnachweisen nach §21d (gewerblich) beziehungsweise §21e (Hobby und Freizeit) entsprechende Dokumente eingeführt. Seit dem 31.12.2020 sind nun die Regelungen der sogenannten EU-Drohnenverordnung (DVO) in Kraft, in der mit Blick auf eine einheitliche europäische Regelung neue Bescheinigungen und Prüfungsverfahren eingeführt wurden – im allgemeinen Sprachgebrauch als „EU-Drohnenführerschein“ bezeichnet.

Sieht die deutsche Luftverkehrsordnung aus dem Jahr 2017 noch eine Unterscheidung zwischen dem gewerblichen und dem privaten Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen vor, folgt die DVO einem risikobasierten Ansatz. Daher entscheiden künftig Einsatzszenario und eingesetztes Luftfahrzeug darüber, welcher Befähigungsnachweis erforderlich ist. Die europäische Verordnung sieht dabei im Wesentlichen zwei verschiedene Formen vor: den Kompetenznachweis A1/A3 sowie das Fernpiloten-Zeugnis A2.

Während der Kompetenznachweis A1/A3 als obligatorische Aufklärungsmaßnahme lediglich ein Online-Training sowie die erfolgreiche Teilnahme an einer Online-Prüfung erfordert – beides ist auf der Website des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) unter www.lba.de zu absolvieren – sind die Anforderungen für das Fernpiloten-Zeugnis A2 umfangreicher. Wer dieses erwerben möchte, benötigt zunächst den Kompetenznachweis A1/A3, muss ein praktisches Selbsttraining durchführen und bei einer vom LBA benannten Prüfstelle eine weitere Theorieprüfung bestehen.

Der Kompetenznachweis A1/A3 ist für diejenigen Piloten erforderlich, von deren unbemannten Luftfahrzeugen entweder aufgrund ihres Gewichts oder ihres Einsatzortes weit abseits von Menschen ein relativ geringes Gefährdungspotenzial ausgeht. Wer in der Nähe von unbeteiligten Personen oder unterhalb eines Mindestabstands von 150 Meter zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten fliegen möchte, für den kann unter Umständen das Fernpiloten-Zeugnis A2 erforderlich sein.

Wie bisher macht es auch nach dem 30.12.2020 noch einen Unterschied, ob die Modelle im Verbandsrahmen oder außerhalb davon betrieben werden. Mitglieder von DMFV/DAeC können noch bis einschließlich 31.12.2022 ihren Kenntnisnachweis nach §21e der deutschen Luftverkehrsordnung nutzen, um nach den bisherigen nationalen Regeln und Vorschriften zu fliegen. Piloten, die nicht in einem der Verbände organisiert sind, fliegen automatisch in der „Offenen Kategorie“ im Sinne der EU-Drohnenverordnung und benötigen daher den neuen Kompetenznachweis A1/A3.

Für DMFV-Mitglieder

Mitglieder von DMFV oder DAeC können – innerhalb Deutschlands – noch eine ganze Weile von weiträumigen Übergangsregelungen der DVO profitieren. Piloten, die Modellflug im Verbandsrahmen betreiben, können dies noch maximal bis zum 31.12.2022 nach derzeit gültigem nationalem Recht tun. Das bedeutet, dass sie mit einem Fluggerät, das schwerer als 2 Kilogramm ist und/oder in einer Höhe von über 100 Meter außerhalb von zugelassenen Modellflugplätzen fliegen soll, den DMFV-/DAeC-Kenntnisnachweis (§21e LuftVO) benötigen. Auf zugelassenen Modellflugplätzen gelten bei Anwesenheit eines Flugleiters ebenfalls die in LuftVO aus dem Jahr 2017 festgelegten erleichterten Regelungen.

Und auch nach Ende dieser Übergangsfrist sieht die europäische Drohnenverordnung für den Flugbetrieb im Verbandsrahmen die Möglichkeit substantieller Erleichterungen vor. Spätestens zum 01.01.2023 soll den Verbänden DMFV und DAeC vom Bundesverkehrsministerium eine sogenannte Betriebserlaubnis erteilt werden, die den Verbandsmitgliedern den Modellflug abweichend von den europaweiten Regularien der „Offenen Kategorie“ ermöglicht. Wie genau diese Regeln aussehen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, sie sollen sich aber stark am bisherigen nationalen Recht orientieren. Teil der Betriebserlaubnis wird voraussichtlich auch ein neuer DMFV-/DAeC-Kenntnisnachweis sein, mit dem der Pilot sein Wissen über die geltenden Regeln für den Modellflugbetrieb nachweisen muss. Ob bereits absolvierte Kenntnisnachweise sogar bis zum Ende des vorgesehenen Geltungszeitraums gültig bleiben oder auf das neue Format upgegradet werden müssen, ist ebenfalls noch ungewiss.

FAQ Kenntnisnachweis & Kompetenznachweis

Ist mein bisheriger Kenntnisnachweis noch gültig?

Grundsätzlich ja. Es gibt eine Übergangsfrist bis maximal 31.12.2022. Bis dahin behalten die bestehenden DMFV-/DAeC-Kenntnisnachweise für Piloten, die Modellflug im Rahmen eines Verbandes betreiben, ihre Gültigkeit.

Wer sein Hobby nicht im Rahmen eines Verbandes ausübt, für den gelten seit dem 31.12.2020 die Regularien der Offenen Kategorie. Hierfür ist ein Kompetenznachweis des LBA erforderlich. Eine Übergangsfrist für bestehende Kenntnisnachweise des LBA gibt es bis zum 31.12.2021. Darüber, ob der Kenntnisnachweis von DMFV/DAeC derselben Übergangsfrist unterliegt, gibt es unterschiedliche Rechtsauffassungen, die derzeit vom Bundesverkehrsministerium geprüft werden.

Benötigt in Zukunft jeder einen EU-Kompetenznachweis?

Nein. Spätestens zum 01.01.2023 soll den Verbänden DMFV und DAeC vom Bundesverkehrsministerium eine sogenannte Betriebserlaubnis erteilt werden, die den Verbandsmitgliedern den Modellflug abweichend von den europaweiten Regularien der „Offenen Kategorie“ ermöglicht. Allerdings nur in Deutschland. Wie genau diese Regeln aussehen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, sie sollen sich aber stark am bisherigen nationalen Recht orientieren. Teil der Betriebserlaubnis wird voraussichtlich auch ein neuer DMFV-/DAeC-Kenntnisnachweis sein, mit dem der Pilot sein Wissen über die geltenden Regeln für den Modellflugbetrieb nachweisen muss. Ob bereits absolvierte Kenntnisnachweise nach der Übergangsfrist von maximal 2 Jahren sogar bis zum Ende des vorgesehenen Geltungszeitraums gültig bleiben oder auf das neue Format upgegradet werden müssen, ist ebenfalls noch ungewiss. Auch ob diese Kenntnisnachweise im EU-Ausland Anerkennung finden ist nicht sicher.

Piloten, die nicht in einem der Verbände organisiert sind, fliegen automatisch in der „Offenen Kategorie“ im Sinne der EU-Drohnenverordnung. Sie benötigen daher den neuen Kompetenznachweis A1/A3, der über die Website des Luftfahrt-Bundesamts (www.lba.de) erworben werden kann, oder gegebenenfalls sogar das Fernpiloten-Zeugnis A2. Auch für häufig im EU-Ausland fliegende Piloten ist es sinnvoll, den Kompetenznachweis A1/A3 zu erwerben.

Welche Fristen gelten für Kenntnis- und Kompetenznachweise?

Kenntnisnachweis gemäß § 21d LuftVO (gewerblich):
Voraussichtlich gültig bis: 31.12.2021

Kenntnisnachweis gemäß § 21e LuftVO (privat):
Voraussichtlich gültig bis: 31.12.2022

Kompetenznachweis Offene Kategorie A1, A2 und A3:
Gültig seit: 31.12.2020

Kenntnis-/Kompetenznachweis für den UAS-Betrieb im Rahmen eines Modellflugsportverbandes:
Spätestens gültig ab: 01.01.2023

Piloten, die nicht in einem der Verbände organisiert sind, fliegen automatisch in der „Offenen Kategorie“ im Sinne der EU-Drohnenverordnung. Sie benötigen daher den neuen Kompetenznachweis A1/A3, der über die Website des Luftfahrt-Bundesamts (www.lba.de) erworben werden kann, oder gegebenenfalls sogar das Fernpiloten-Zeugnis A2. Auch für häufig im EU-Ausland fliegende Piloten ist es sinnvoll, den Kompetenznachweis A1/A3 zu erwerben.

Was ist ein Drohnenführerschein?

Mit „Drohnenführerschein“ sind gemeint:
– der Kenntnisnachweis eines Verbands,
– der Kompetenznachweis A1/A3 oder
– das Fernpiloten-Zeugnis A2
Je nach Einsatzzweck benötigt man als Pilot mindestens eines der Dokumente.

Wie sind die Bedingungen im Ausland, was brauche ich, um im Urlaub fliegen zu dürfen?

Ein Vorteil der europäischen Drohnenverordnung ist es, dass Pilotenregistrierung und Kompetenznachweis(e) aus einem Mitgliedsland in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gültig sind. Das gilt im Grundsatz auch für die weiteren Bestimmungen der Drohnenverordnung, wenngleich diese den Mitgliedstaaten an einigen Stellen gewisse Gestaltungsspielräume offen lässt. Vor dem Urlaub sollte man sich daher natürlich über die örtlichen Vorgaben im Zielland informieren. Achtung: Wer die Vorteile des Modellflugs im Verbandsrahmen nutzt, der benötigt im europäischen Ausland gegebenenfalls einen europäischen Kompetenznachweis.

Was gilt für Modellflieger, die sich keinem Verband anschließen?

Abgesehen von der obligatorischen Haftpflichtversicherung und anderen Auflagen gelten für Piloten außerhalb von Modellflugverbänden strenge europäisch einheitliche Bedingungen. Darunter:
– Mindestalter 16 Jahre
– Höhenbegrenzung von 120 Meter über Grund
– Registrierungspflicht des Piloten bei Modellen über 250 Gramm, die Nummer muss auf dem Modell stehen
– Maximales Abfluggewicht 25 Kilogramm
– unmittelbarer Sichtkontakt zum Flugmodell während des gesamten Fluges
– Online-Wissenstraining und Online-Prüfung müssen abgelegt sein (Kenntnis- beziehungsweise Kompetenznachweis)

Erklärvideo

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iS2VubnRuaXNuYWNod2VpcyAmYW1wOyBLb21wZXRlbnpuYWNod2VpcyAtIHdhcyBNb2RlbGxmbGllZ2VyIGpldHp0IHdpc3NlbiBtw7xzc2VuIiB3aWR0aD0iNjQwIiBoZWlnaHQ9IjM2MCIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9heUI2ZWQ2OE5FWT9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgY2xpcGJvYXJkLXdyaXRlOyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+